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Der demographische Wandel, Leistungsdruck, Arbeitsverdichtung und veränderte Unternehmenskulturen in der IT-Branche sind entscheidende Faktoren für die Notwendigkeit eines unternehmensspezifischen Gesundheitsmanagements. In weniger als zehn Jahren werden fast 40 Prozent aller Beschäftigten in der Bundesrepublik Deutschland über 50 Jahre alt sein. Damit sie dann noch den hohen physischen und insbesondere psychischen Arbeitsanforderungen gewachsen sind, besteht dringender Handlungsbedarf für die Entwicklung eines ganzheitlichen Gesundheitsbewusstseins in Unternehmen.
Obwohl die relativ junge IT-Wirtschaft bisher weniger unter den Auswirkungen des demografischen Wandels zu leiden hatte, zeigen Daten der Bundesagentur für Arbeit, dass auch diese Branche zunehmend altert: Der Anteil der über 50 Jährigen in der IT-Branche hat zwischen 1999 und 2004 um 78 % zugenommen. Weiterhin ist davon auszugehen, dass wegen sinkender Absolventenzahlen im Bereich Informatik mittelfristig mit nicht geringen Personalrekrutierungsproblemen zu rechnen ist. Dieser Trend bestätigt ebenfalls die dringende Notwendigkeit einer auf Prävention ausgerichteten betrieblichen Gesundheitsförderung.
Gesundheitsförderung betrifft selbst die betriebliche Arbeitsorganisation
Auch wenn es vordergründig darum geht, die individuelle Gesundheitskompetenz nachhaltig zu fördern, so ist eine ausschließliche Fokussierung auf den Mitarbeiter selbst nicht ausreichend. Ebenso wichtig ist die Ausrichtung auf die betriebliche Arbeitsorganisation mit der Zielsetzung, arbeitsorganisationsbedingten Stress zu reduzieren und die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter zu verbessern, denn in innovativen Arbeitsvollzügen ist Arbeitszufriedenheit mit Beschäftigungssicherheit und effizienter Gesundheitsförderung gleichzusetzen.
Deshalb kann ein innovatives Betriebliches Gesundheitsmanagement nur erfolgreich sein, wenn es speziell auf die Bedürfnisse des entsprechenden IT-Unternehmens zugeschnitten, von der Führung mitgetragen und fest in der Unternehmenskultur verankert wird. Dies setzt eine strukturelle Veränderung der Organisation sowie eine ganzheitliche Perspektive auf den anstehenden Kompetenzentwicklungsprozess voraus, in dem die Bereiche Arbeitsmedizin, Arbeitssicherheit, Betriebsrat und Personalentwicklung zukünftig gemeinsam tätig werden müssen.
Prävention statt Rehabilitation
Der Fokus eines Prozesses zur Entwicklung von Gesundheitskompetenz ist nur sinnvoll, wenn er den individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter angepasst, von ihnen wirklich gewollt und konsequent umgesetzt wird.
Veränderte Wahrnehmung der Arbeitsbelastung in der IT-Branche
Viele IT-Fachkräfte nehmen ihre Arbeitsbedingungen anders wahr als noch vor wenigen Jahren, denn der Druck auf die Mitarbeiter wird durch die permanente Erreichbarkeit, durch neue Managementmethoden wie Zielvorgaben und Leistungsbeurteilung erhöht. Damit herrscht ein Arbeitsklima der Unsicherheit, in dem die Mitarbeiter sich unentwegt beweisen müssen. Dieser Dauerstress kann über einen längeren Zeitraum zu psychisch bedingten Erkrankungen führen.
Resümee
Obwohl der Anteil psychischer Erkrankungen am Krankenstand von 8,8 Prozent im Jahr 2003 auf 9,8 Prozent im Jahr 2004 gestiegen ist und psychische Störungen damit im Hinblick auf die Ursache von Arbeitsunfähigkeitstagen an vierter Stelle stehen – bei weiterhin zunehmender Tendenz, haben sich bislang viele Unternehmen noch nicht mit den Anforderungen auseinandersetzen müssen, die sich aus der Beschäftigung älterer Mitarbeiter ergeben. Die IT-Branche bildet dabei keine Ausnahme: Denn 50 Prozent der deutschen Unternehmen beschäftigen keine Mitarbeiter, die älter als 50 Jahre sind und stellen kaum ältere Mitarbeiter ein. Kennzeichnend für die IT-Branche war und ist eine auf junge Mitarbeiter ausgerichtete Personalpolitik. Durch den demografischen Wandel zeichnet sich ein Trend ab, dem auch die IT-Branche nicht ausweichen kann.
Mit einer auf Nachhaltigkeit ausgelegten Beschäftigungsfähigkeit wird aber auch die Beschäftigungssicherheit der Mitarbeiter verbessert. Investitionen in das betriebliche Gesundheitsmanagement rechnen sich für Unternehmen: Jeder in die betriebliche Gesundheitsförderung investierte Euro spart mindestens EUR 2,50 an reduzierten Fehlzeiten und darüber hinaus EUR 2,30 an Behandlungskosten.
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